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Tausende protestieren in Ahaus

Proteste vor dem Brennelemente-Zwischenlager in Ahaus

Knapp 5.000 Demonstranten zählte die Polizei am Samstag (24.04.10) in Ahaus bei den Anti-Atomkraft-Protesten. Die Atomkraft-Gegner zogen vom Bahnhof zum Atommüll-Zwischenlager. Sie forderten den sofortigen Atom-Ausstieg und erinnerten an die Katastrophe von Tschernobyl. Der Auftakt der Proteste sei bisher "bunt und friedlich" verlaufen, sagte ein Polizeisprecher am Samstagmittag (24.04.10) in Ahaus. Zur Auftaktveranstaltung trafen sich vor dem Bahnhaus in Ahaus etwa 5.000 Atomkraft-Gegner, schätzt die Polizei. Die Veranstalter sprachen am Nachmittag von rund 7.000 Teilnehmern. Nach der Kundgebung zogen die Demonstranten weiter zum Atommüll-Zwischenlager Ahaus. Viele waren bereits am Tag zuvor mit Bussen oder per Fahrrad aus dem ganzen Land angereist und campieren in Zelten auf der Wiese.

Die Anti-AKW-Bewegung trifft sich in Ahaus zum Protestwochenende mit Widerstandscamp, Kundgebung und Großdemo und fordert den sofortigen Ausstieg aus der Atomenergie. Am Freitag (23.04.10) hatten die Organisatoren mit bis zu 5.000 Teilnehmern gerechnet. Mit dem Protestwochenende wollten sie an das Unglück von Tschernobyl erinnern, so Falko Tetzlaff von der Bürgerinitiative in Ahaus. Die Super-Gau von Tschernobyl, der zu einer der schlimmsten Umweltkatastrophen aller Zeiten führte, ereignete sich am 26. April 1986.

NRW gilt als wichtiger Atomstandort

Auch wenn sich die Kraftwerke Würgassen und Hamm-Uentrop nicht mehr am Netz befinden, der Schnelle Brüter von Kalkar nie in Betrieb war und der Forschungsreaktor in Jülich 2006 abgeschaltet wurde, gilt NRW mit der bundesweit einzigen Urananreicherungsanlage in Gronau, dem Forschungszentrum Jülich, der Konditionierungsanlage in Duisburg und dem Brennelemente-Zwischenlager in Ahaus immer noch als wichter Atomstandort. So soll das Zwischenlager in Ahaus in den kommenden Jahren schwächer strahlenden Bauschutt und ausgebaute Teile stillgelegter Atomkraftwerke aufnehmen. Hinzu kommen noch 152 Castor Behälter aus dem Kernforschungszentrum Jülich, die bis 2013 in Ahaus gelagert werden sollen.

Klare Aussage der Landesregierung gefordert

Matthias Eickhoff vom Aktionsbündnis Münsterland gegen Atomanlagen warf Ministerpräsident Jürgen Rüttgers (CDU) diesbezüglich "Wortbruch" vor. Als Oppositionsführer habe er 2004 noch gesagt, neue Atomtransporte seien den Bürgern im Münsterland nur bei einer Klärung der Endlager-Frage zumutbar. Obwohl diese Frage auch heute völlig ungeklärt sei, gebe es neue Atomtransporte. Der Atomexperte beim Bund für Umwelt und Naturschutz in NRW, Michael Harengerd, verlangte ebenfalls eine klare Stellungnahme der Landesregierung zu längeren Laufzeiten für die deutschen Atomkraftwerke und kritisierte zudem die Unterstützung der Atomenergie-Erzeuger RWE und Eon durch den Kurs der Landesregierung.

Schwarz-Gelb weist Kritik zurück

"Alle Atomkraftwerke, die in Deutschland gebaut worden sind, wurden gebaut, als die SPD die politische Verantwortung trug", erklärt dagegen die CDU. Man stehe zu Entscheidungen der rot-grünen Vorgängerregierung, hieß es vonseiten des Energieministeriums in Düsseldorf. So sei etwa die Erweiterung der Urananreicherungsanlage im münsterländischen Gronau Anfang 2005 von Rot-Grün in Bund und Land genehmigt worden. Fünf Jahre später und mitten im Wahlkampf fordern die Grünen nun die Schließung besagter Anlage. "Wir fordern den schnellstmöglichen Ausstieg aus der Atomkraft, die schnellstmögliche Schließung der Urananreicherungsanlage in Gronau und einen konsequenten Ausbau der erneuerbaren Energien", teilten die Grünen-Landeschefs Daniela Schneckenburger und Arndt Klocke mit. Auch die SPD im Land hält weiter am Ausstieg fest, wie ihn die rot-grüne Bundesregierung 2001 beschlossen hatte.